AKTION FÜR GUTES BAUEN IM KREIS DÜREN
eine Initiative des Kunstfördervereins Kreis Düren e. V.

Wer mit offenen Augen durch den Kreis Düren fährt und sich noch das Gefühl für Raumordnung und Baukultur erhalten hat, den schmerzen die Sünden der letzten 50 Jahre. Bedauerlich ist, dass auch – von einigen punktuellen Bemühungen abgesehen – keine Rück- oder Neubesinnung stattfindet, als gäbe es bei den Bürgern für diese Belange einen blinden Fleck. Dies ist leider kein Spezificum des Kreises Düren. Böse ausgedrückt, könnte man das, was da landauf und landab in Deutschland geschehen ist, eine kollektive optische Umweltverschmutzung nennen. Versöhnlicher ließe sich sagen: Irgendwie ist in unserer Gesellschaft das Bewusstsein dafür verloren gegangen, dass Architektur Baukunst bedeutet und deshalb wahrlich zur Kunst zu zählen ist.

Diesen Aspekt hat die aus dem Kunstförderverein Kreis Düren geborene Initiative "Aktion für gutes Bauen" aufgegriffen. Sie will dazu beitragen, eben dieses Bewusstsein und den Anspruch der Öffentlichkeit auf gutes Bauen wieder zu beleben.

Es ist ein Irrtum zu glauben, die Fehlentwicklungen in der Vergangenheit hätten etwas mit mangelndem Geld zu tun. Natürlich ist das Baugeschehen vom allgemeinen Wohlstand bestimmt. Aber die Ergebnisse belegen nun einmal, dass das, was in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts bei zuvor nicht gekanntem Massenwohlstand gebaut wurde, den Maßstäben einer Baukultur selten genügt. Dies gilt insbesondere im Vergleich zu dem in der ersten Hälfte Geleisteten – von noch älteren Epochen ganz zu schweigen. Gewiss gibt es überall auch aus jüngster Zeit Einzelbauwerke auf höchstem ästhetischem Niveau. Meist wird die Wirkung jedoch gestört durch den Mangel an Harmonie des sie umgebenden gebauten Ensembles. Es ist zu vermuten, dass für diese Disharmonie auch der vom Zeitgeist gedeckte Individualismus ursächlich ist.

Die "Aktion für gutes Bauen" veranstaltet alljährlich ein öffentliches, stets gut besuchtes Symposium zu einem für den Kreis Düren aktuellen und wichtigen Thema. Ein Gastreferent führt in die Thematik ein. Kernstück dieser Symposien ist die "Regionalisierung". Damit wird das Thema durch positive und negative Beispiele ausschließlich aus dem Kreis Düren verdeutlicht, die den Interessierten und Angesprochenen zugänglich sind, wenn nicht gar alltäglich vor Augen stehen.Zu jedem Symposium wird ein Flyer gedruckt, in dem das jeweilige Anliegen kurz umrissen wird und positive, wie auch (sehr mutig) misslungene Beispiele aus dem Kreis Düren vorgestellt werden, was die Bauherren letzterer Objekte bisweilen zu heftigen Protesten provoziert.

Die Themen der bisherigen Symposien finden Sie unter Historie.